COVID-19 Meinung: Freiheit oder Sicherheit – ich möchte entscheiden.

Der Gegensatz zwischen Freiheit und Sicherheit drängt durch die COVID-19 Pandemie (mal wieder) machtvoll ans Licht. Restaurants, Geschäfte und Kulturstätten dürfen nicht öffnen. Kontaktsperren und Ausgangsverbote regeln das tägliche Leben. Mindestabstand muss eingehalten werden. Zur Abschreckung ist ein Bußgeldkatalog aufgesetzt. Kurz: Freiheiten sind massiv eingeschränkt.

Die Einschränkungen dienen dem Schutz und der Sicherheit Aller. Möglichst wenige Menschen sollen (gleichzeitig) an COVID-19 erkranken, um eine bestmögliche medizinische Versorgung sicherzustellen. „Verzichte auf Freiheit, bleibe daheim und rette Leben“ – so lautet das dominierende, scheinbar alternativlose Narrativ der Stunde. 

Die scheinbare Alternativlosigkeit des Narrativs ist problematisch. Freiheit und Sicherheit verlieren den Status gleichwertiger Alternativen, zwischen denen abgewogen werden kann. Stattdessen muss Freiheit sich hinter Sicherheit anstellen – aufgrund von Verordnungen, die juristisch mindestens wackelig sind.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Die Frage ist nicht, ob Freiheit oder Sicherheit besser ist. Es geht um den Entscheidungsprozess: Wie wird zwischen Sicherheit und Freiheit abgewogen? Meinem Empfinden nach, findet diese Abwägung derzeit zu wenig statt. Sicherheit wird Freiheit automatisch vorangestellt – ohne persönliche Entscheidungsmöglichkeit. 

Dass Fehlen persönlicher Entscheidungsmöglichkeit halte ich im Vergleich zur einseitigen Fokussierung auf Sicherheit für das größere Problem. Sicherheit wird aufgezwungen. Eine Möglichkeit persönlich zu entscheiden, wie viel Sicherheit gewollt und wie viel Freiheit dafür aufgegeben werden soll, ist nicht vorgesehen.

Das widerstrebt mir zutiefst. Ich möchte selbst entscheiden, wie viel persönliche Freiheit ich zum Schutz vor einer COVID-19 Erkrankung aufgeben möchte und welche Risiken ich in Kauf nehme. Ich halte mich für ausreichend informiert, um diese Entscheidung zu treffen. 

Es gibt Anzeichen, dass es in absehbarer Zeit zu politischen Entscheidungen zur Reduzierung der Sicherheitszwänge kommt. Geschieht das nicht, bleibt nur, für die eigene Freiheit auf die Straße zu gehen. 

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